Newsletter Klimaschutz Oktober 2019

Auch an dieser Stelle zunächst einen ganz herzlichen Willkommensgruß an Dr. Beate Hofmann, die neue Bischöfin der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck! Sie hat deutlich gemacht, dass ihr die Dringlichkeit der Klimakrise bewußt ist.
Ich erhoffe mir von ihr, dass sie hierzu Worte findet, die die Menschen erreichen und dass sie Mut zum Handeln macht. Ich bitte die Bischöfin, die Bedrohung durch die Erderhitzung auf der öffentlichen Tagesordnung zu halten und für die notwendigen Strukturen in der Landeskirche zu sorgen.
 
Sie können diesen Newsletter gerne weiterleiten. Die bisherigen Ausgaben finden Sie hier.
 
Ihr Stefan Weiß

 

 

Unsere Themen

"Klimastreik" am 20.9. und 29.11.2019

Klimapaket für Verkehrswende unzureichend

Die "Wir-kaufen-anders" Strategie

VEGANE WOCHE im Haus der Kirche

Hessen schafft mehr Platz für Freiflächen-Solaranlagen

Klimatipps im Gemeindebrief

Beratungsprogramm Brennstoffzellenheizung

Kassel Kohlefrei

Lesetipp

Termine

 

 

"Klimastreik" am 20.9. und 29.11.2019

Die Solidarisierung mit den "Friday for Future" Demonstrationen durch den  Aufruf zur Telnahme an dem weltweiten "Klimastreik" am 20.9. hat auch in der EKKW gut funktioniert. Bereits vor einigen Monaten hat sich das Kolleguim des Landeskirchenamtes der ökumenischen Bewegung "Chuches for Future" angeschlossen und dann auch den Aufruf zum 20.9. ausdrücklich unterstützt. An vielen Orten in Kurhessen waren Gemeindemitglieder, Mitarbeiter*innen und Pfarrer*innen bei den Kundgebungen dabei. Besonders sichtbar wurde dies in Kassel, wo von der Jugend-, Schüler- und Studentenarbeit eine Stunde vor der Demonstration zu einem "Klimagebet" in der Jugendkulturkirche aufgerufen wurde. In der überfüllten und bereits mit Transparenten für die Demonstration geschmückten Kirche brachten Junge und Ältere in Liedern, Gebeten und Stellungnahmen ihre Betroffenheit durch die Klimakrise zum Ausdruck. In der anschließenden, beeindruckend fröhlichen, bunten und großen Demonstration (ca. 10.000 Teilnehmer*innen) war ein deutlich erkennbarer "Kirchenblock" auszumachen. Pröpstin Wienhold-Hocke (auf dem Foto oben mit Dekan Dr. Gerlach) und alle Dekan*innen der Region waren mit dabei. Mitarbeitende des Stadtkirchenkreises hatten Schilder und Transparente mitgebracht. Den originellsten Beitrag lieferten Vikar*innen aus dem Studienseminar in Hofgeismar, die mit ihren 4 Schildern (Foto) einen Reim präsentierten, der den Ernst der Lage auf humorvolle Weise deutlich machte.Wie bunt der "Klimastreik" bundesweit in den Evangelischen Kirchen begangen wurde sehen Sie hier.

Am Freitag, den 29.11. ruft die Friday for Future Bewegung erneut alle Generationen zu einem globalen Klimaaktionstag auf. Schön, wenn die Kirchen auch an diesem Tag wieder dabei sind. Eine einfache Beteiligung könnte bereits sein, die Kirchen vor und nach der Kundgebung zum (stillen) Gebet zu öffnen.

 
 

Klimapaket für Verkehrswende unzureichend

 
Michael Schramek, Geschäftsführer der Mobilitätsdienstleister Regio-Mobil und Eco-Libro GmbH, der in Jesberg wohnt und für das Landeskirchenamt in Kassel im letzten Jahr eine Mobilitätsberatung durchgeführt hat, hat in einem Interview anlässlich der Internationalen Automobilausstellung zu den Maßnahmen des Klima-Paketes der Bundesregierung Stellung genommen. Dort sagt er: "Die aktuelle Diskussion ist zu stark von Technologiefragestellungen geprägt. Es geht nicht allein darum, alle heutigen Verbrenner-Pkw auf Batterieelektrik oder Wasserstoff umzustellen. Vielmehr wird eine Verkehrswende benötigt, mit der wir am Ende weniger Emissionen, weniger Verkehr und mehr Nutzung nachhaltigerer Verkehrsmittel erreichen. Das Klima-Paket der Bundesregierung hätte eine Chance darstellen können, in die richtige Richtung zu lenken. Doch mit einer Verteuerung von Benzin und Diesel um zunächst 3, in 5 Jahren um 12 Cent pro Liter wird niemand sein Kauf- oder Fahrverhalten verändern." Das ganze Interview - mit Lösungsansätzen, die auch im ländlichen Raum funktionieren können - lesen Sie hier.

 

 

Die "Wir-kaufen-anders" Strategie

 
Eine Reihe von Gemeinden hat sich bei dem Portal zur öko-fair-sozialen Beschaffung www.wir -kaufen-anders.de registriert und es bereits für einen Einkauf genutzt. Einige haben diese Möglichkeit aber wieder aus den Augen verloren. Daher schlagen wir folgende  strategische Methode vor, wie sie in 5 Schritten zur öko-fair sozialen Beschaffung kommen.
1. Beschlussfassung
Fassen Sie einen Beschluss für eine öko-fair-soziale Beschaffung im leitenden Gremium ihrer kirchlichen Einrichtung. Falls Leitlinien angestrebt werden, können Sie Beispiele dazu aus anderen Gemeinden hier runterladen.
2. Analyse: Gehen Sie alle Einkäufe Ihrer Einrichtung systematisch durch und schauen Sie, zu welchen Produkten es nachhaltige Alternativen gibt. Stellen Sie dann Stück für Stück Ihren Einkauf um. Starten Sie ihren öko-fair-sozialen Einkauf mit „einfachen“ Produkten: Beschaffen Sie alle Papier- und Kartonprodukte mit dem Blauen Engel. Stellen Sie neben Kaffee auch Tee und Gebäck auf Fairtrade- und/oder Bio-Qualität um. Verwenden Sie Wasser und Getränke aus Mehrweggebinden oder wenn möglich Leitungswasser.
3. Holen Sie weitere EinkäuferInnen mit ins Boot. Wer kauft in Ihrer Einrichtung ein: HausmeisterIn, SekretärIn oder Ehrenamtliche? Suchen Sie das Gespräch und erklären Sie, wie nachhaltiges Einkaufen ganz praktisch zur Bewahrung der Schöpfung und zu mehr Klimagerechtigkeit beiträgt.
4. Schauen Sie sich das Einkaufsportal an und nutzen sie die hinterlegten Rahmenverträge für nachhaltige Produkte, wie zum Beispiel Büromaterialien, IT-Geräte, Lebensmittel aus fairem Handel.
5. Feiern Sie Erfolge nach dem Motto: Tue Gutes und rede darüber. Ein Artikel im Gemeindebrief oder einem anderen geeigneten Medium kann helfen, Ihre Mitglieder über das Thema nachhaltiges Einkaufen zu informieren.
 
 

VEGANE WOCHE im Kasseler Haus der Kirche

Unser Essen soll gesund sein und schmecken!  Gute Nahrungsmittel sind möglichst regional und der Saison angepasst. Unsere Ernährung trägt aber auch zu unserem ökologischen Fußabdruck bei und belastet die Umwelt mehr oder weniger. Fleisch aus intensiver Tierhaltung belastet das Weltklima, wenn für den Futtermittelanbau in Lateinamerika Regenwälder abgeholzt werden. Viel zu viel Nahrungsmittel werden vernichtet oder verschwendet. Daher denken Menschen zunehmend über ihre Ernährung nach. Immer mehr ernähren sich vegetarisch oder fleischarm.
Auch im Betriebsrestaurant des Hauses der Kirche und in der Küchenkommission macht man sich Gedanken zu diesem Thema. Erfreulicherweise wird das tägliche vegetarische Angebot von Vielen gut angenommen. Aber für eine angepasste Ernährung muss nicht nur der Fleischkonsum in Deutschland sinken, sondern auch der Verbrauch sonstiger tierischer Erzeugnisse (wie z.B. Milchprodukte).
In der nächten Woche (KW43) möchte das Betriebsrestaurant dem mit einem Versuch Rechnung tragen: Täglich wird ein veganes Gericht angeboten, das heißt, es enthält keine tierischen Zutaten. Das können Gerichte sein, die bereits aus der vegetarischen Küche bekannt sind, wie die Falafel mit Gemüse Couscous. Der Milchreis wird mit Kokosmilch gekocht sein. Die Soße zum Gemüse wird ohne Sahne  auskommen. Bewusst werden keine Fleischimitate (wie Tofuschnitzel) zum Einsatz kommen.
Probieren Sie es in der kommenden Woche aus, wenn Sie in Kassel sind! Vielleicht schmecken Sie Unterschiede, vielleicht schmeckt es wie immer… Bitte geben Sie der Küche Rückmeldung, insbesondere, wenn etwas gut geschmeckt hat und Sie wünschen, dass es auf dem Speiseplan wiederkehrt.
 
 

Hessen schafft mehr Platz für Freiflächen-Solaranlagen

 
Eine neue Freiflächensolaranlagenverordnung ermöglicht seit dem 30.11.2018 in Hessen den Bau von PV-Anlagen in benachteiligten landwirtschaftlichen Gebieten. Bislang waren sie nur auf Konversionsflächen sowie entlang von Autobahnen und Schienenstrecken zulässig.
In Hessen gelten ca. 320.000 Hektar landwirtschaftliche Flächen als benachteiligt. Sie machen etwa zwei Fünftel des Acker- und Grünlands aus. Damit die hessische Landwirtschaft auch in Zukunft ausreichend Flächen zur Verfügung hat, begrenzt die Verordnung den Zubau von Freiflächen-Anlagen auf 35 MW pro Jahr. Das entspricht einer Fläche von rund 50 Hektar – also nur ein Bruchteil..
Auch sind auf geschützten Naturflächen nach der FFH- und der Vogelschutzrichtlinie die Anlagen nicht gestattet. Zur ersten Orientierung stellt das Land Hessen eine Kartenanwendung zur Verfügung, auf der die Flächen gezeigt werden, auf denen geplante Freiflächenanlagen liegen dürfen und damit eine Teilnahme an den Ausschreibungen der Bundesnetzagentur möglich ist. Neben dem hier bereits mehrfach vorhestellten Solar-Kataster ist dies eine Möglichkeit für Kirchengemeinden, ihre Liegenschaften im Sinne der Energiewende zu nutzen.
 
 
 

Klimatipps im Gemeindebrief

Über Medio.tv, das Medienportal der EKKW bekommen Sie alle zwei Monate einen neuen Beitrag für Gemeindebriefe. Diesen können Sie so übernehmen oder auch redaktionell weiter bearbeiten.
Inzwischen ist eine kleine Serie unter dem Motto: "Mein Klimaschutz-Plan" entstanden. Sie finden jetzt Beiträge zu vielen Themen und für alle Jahreszeiten.  
Aktuell ist ein Beitrag zum Jahreswechsel eingestellt, der sich mit den Folgen des Silvesterfeuerwerks auseinandersetzt. 
Die ganze Serie ist mit dem nebenstehenden Logo gekennzeichnet. So finden Sie alle Beiträge auf einen Blick.
 
 
 
 
 

Beratungsprogramm Brennstoffzellenheizung

Die Landesenergieagentur Hessen hat ein Beratungsprogramm für Brennstoffzellenheizungen (BZH) unter dem Motto "Günstig heizen – Geldbeutel und Klima schonen" aufgelegt.
Eine Brennstoffzelle kann mehr als klassische Heizungsanlagen: Neben Wärme erzeugt sie zusätzlich auch Strom. Und dank ihrer hohen Effizienz verbraucht sie dabei deutlich weniger Erdgas.
Das kann eine gute Lösung für Gebäude sein, wo man einen ganzjährigen Bedarf an Strom und Wärme hat, aber wegen Denkmalschutz keine Solarstromanlagen bauen und auch nicht von außen Wärmedämmung aufbringen kann.
Für eine erste Einschätzung der Eignung muss man nur eine kurze Checkliste ausfüllen.
Sollte diese positiv ausfallen, berät im weiteren Verlauf die LEA. Die Förderung kann diese Anlage auch finanziell interessant machen.
 
 
 
 

Kassel Kohlefrei

"Kassel kohlefrei" ist ein Bündnis aus Kasseler Gruppen und Privatpersonen, die sich für den Kohleausstieg in Kassel einsetzen und eine langfristige Wende in der Energieversorgung anstreben.
Es will die Wärmewende in Kassel einläuten, indem das Fernwärmenetz  für erneuerbare Energien fit gemacht wird. Dann wäre es möglich, das Kohlekraftwerk rund 5-7 Jahre früher als von den Städtischen Werken geplant vom Netz zu nehmen, was ungefähr 1.000.000 Tonnen CO2-Emissionen einsparen könnte.
Kassel Kohlefrei möchte auch weitere Akteure für ein Kassler Klimabündnis gewinnen, sehr gerne auch aus dem Bereich der Kirchen. Hier klicken zur Seite!
 
 
 
 

Lesetipp: Klimapolitische Forderungen zum Flugverkehr

Sechs renommierte Nichtregierungsorganisationen haben Forderungen an die Regierung aufgestellt, mit denen die klimaschädlichen Folgen des Fliegens abgemildert werden könnten. Es ist klar, dass
alle Verkehrsträger einen Beitrag zur Erreichung der deutschen Klimaziele 2030 leisten müssen. Der internationale Flugverkehr wächst allerdings um 4-5% pro Jahr und wird nach einer aktuellen Studie des Öko-Instituts 2050 ohne zusätzliche Maßnahmen über 20% der globalen Erwärmung verursachen. Allein der von Deutschland ausgehende Flugverkehr stößt jährlich 30 Mio. t und der innerdeutsche Flugverkehr 2,1 Mio. t CO2 aus (2017). Die acht Forderungen finden Sie hier.
 
 
 
 

Termine

Sonntag, 20.10.2019, um 5 vor 12 Uhr, Gottesdienst
Universitätskirche Marburg, Reitgasse 2,
#allefürsklima – Klimagerechtigkeit. Jetzt!
In diesem Gottesdienst will die Universitätskirchengemeinde zusammen mit Greenpeace auf die dramatischen Folgen, die die Klimakrise schon jetzt vor allem in den Ländern des globalen Südens auslöst, hinweisen. „Wir freuen uns sehr, dass Vertreterinnen und Vertreter des Marburger runden Tischs der Religionen uns bei unserem Anliegen, die junge Klimabewegung zu unterstützen und uns für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der gesamten Schöpfung einzusetzen, zur Seite stehen.“ Weiterhin wird es eine Ausstellung zu den aktuellen Auswirkungen der Klimakrise geben und verschiedene Umweltgruppen stellen sich vor. Bei einem kleinen  Imbiss  im Anschluss  gibt es die Möglichkeit, persönlich ins Gespräch zu kommen.

 

 

Kassel 6. – 22.11.2019 Evangelisches Forum, Lutherplatz

Menschen im Klimawandel – Ausstellung des Klimabündnis  und Veranstaltungsreihe

6.11.2019, 18.30h. Eröffnung der Ausstellung  Menschen im Klimawandel
anschl. Vortrag:  Kirche in der Klimakrise,  Stefan Weiß, Klimaschutzmanager der EKKW
11. 11.2019, 19.00 Uhr Auswirkungen des Klimawandels in Nordhessen
mit Dr. Markus Ziegeler, Leiter des Forstamtes Reinhardshagen und  Erich Schaumburg, Landwirtschaftsmeister und Vorsitzender des Kreisbauernverbandes Kassel
18.11.2019, 19.00 Uhr, CO2 -Kompensation für Flugreisen mit der Klima-Kollekte - ein Beitrag zu Klimaschutz und Klimagerechtigkeit
mit Olivia Henke, Geschäftsführerin, Klima-Kollekte– Kirchlicher Kompensationsfonds gGmbH
 
 
 
 

Für Ihre Jahresplanung 2020:

 
Die EKKW nimmt wieder an der Fastenaktion für Klimaschutz und Klimagerechtigkeit "So viel du brauchst" von Aschermittwoch bis Ostersonntag (26.2. - 12.04.2020) teil.
Die Broschüre, Plakate etc. können Sie bald bestellen.
Alle Infos auf www.klimafasten.de

 

 

 

 

 

 

Dieser Newsletter wird herausgegeben vom
 
Landeskirchenamt der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck
Wilhelmshöher Allee 330
34131 Kassel
 
Tel.: (0561) 9378-0 
Fax: (0561) 9378-400 
 
 
Die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts mit Sitz in Kassel und wird durch den Vizepräsidenten der Landeskirche, Dr. Volker Knöppel, vertreten.
 
Redaktionelle Verantwortung
 
Stefan Weiß, Klimaschutzmanager der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (Inhaltlich verantwortlich nach § 5 Telemediengesetz (TMG) und § 55 Staatsvertrag über Rundfunk und Telemedien (RStV))
 
Wilhelmshöher Allee 330
34131 Kassel
 
Tel.: (0561) 9378-337
 
E-Mail: stefan.weiss@ekkw.de
Internet: www.ekkw.de/service/umweltfragen
 
 

Gefördert durch das BMUB im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative unter dem Förderkennzeichen 03K01442.


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